Gottes Führung fordert Stille

Gottes Führung fordert Stille;
Wo der Fuß noch selber rauscht,
Wird des ew'gen Vaters Wille
Mit der eignen Wahl vertauscht.

Wer da leben will, der sterbe;
Wer nicht stirbt, der lebet nicht.
Ehe denn das Fleisch verderbe,
Scheinet uns kein wahres Licht.

Alle menschlichen Geschäfte
Gehen überhaupt nicht gut,
Wenn man sie durch eigne Kräfte
Und nicht aus der Gnade tut.

Göttliche und inn're Dinge
Lassen vollends gar nicht zu,
Dass man sie mit Sturm erzwinge,
Sondern weisen uns zur Ruh.

Lasst uns aber also handeln
In der kurzbemessner Frist,
Dass wir in dem Lichte wandeln,
Herr, wie Du im Lichte bist!


Nikolaus Ludwig von Zinzendorf 1700-1760